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Das Wachstum kehrt zurück! Und durch soziale Inklusion machen wir es nachhaltig! (Editorial DE April I)

Das Wachstum kehrt zurück! Und durch soziale Inklusion machen wir es nachhaltig

Großartige Nachrichten: Das Wachstum ist zurück in Europa! Die EU-Wirtschaft verzeichnet das höchste Wachstum seit zehn Jahren und die Beschäftigung in Europa ist auf Rekordniveau.
 
Dies war die Hauptaussage der Länderberichte der Europäischen Kommission, in denen die wirtschaftlichen und sozialen Trends in 27 der 28 EU-Mitgliedstaaten analysiert werden (Griechenland hat einen eigenen Meldemechanismus). Es lohnt sich, einen Blick auf die Berichte zu werfen. In ihrer übergreifenden Bewertung bringt die Europäische Kommission sehr positive Nachrichten für die europäische Wirtschaft zum Ausdruck. Es wird ebenfalls bekräftigt, dass die derzeitigen „günstigen Bedingungen die Chance eröffnet haben, die Grundlagen der europäischen Wirtschaft weiter zu stärken”.
 
Das Fundament der europäischen Volkswirtschaften sind die Strukturen, die es allen Menschen ermöglichen, am Leben teilzuhaben und aktive Bürger zu sein. Es bedeutet, in unsere Wohlfahrts-, Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwohnungssysteme zu investieren. Vor allem aber bedeutet es, in Menschen zu investieren. Das letzte Jahrzehnt hat durch die Kürzungen in der gesamten Europäischen Union diese Fundamente geschwächt. Die Wirtschaft mag zwar wieder auf Kurs sein, aber die Fundamente sind unsicher, und Investitionen in integrativere Volkswirtschaften sind notwendig. Die Europäische Kommission erkennt dies an, wenn sie argumentiert, dass „nachhaltige und integrative Sozialschutzsysteme von zentraler Bedeutung sind, um die Auswirkungen wirtschaftlicher Schocks zu mildern”.
 
Unsere Sozial- und Wohlfahrtssysteme sollten mehr sein als nur ein „sozialer Fallschirm” für den Fall einer schwachen Konjunktur sein. Sie sind das Instrument, mit dem wir unser Wirtschaftswachstum nachhaltiger und integrativer gestalten können. Dies gilt auch für die Europäische Säule sozialer Rechte, die über das strenge Konzept des sozialen Schutzes hinausgeht und auch das soziale Empowerment einschließt.
 
Sozialdienste sind entscheidend für das Erreichen dieses nachhaltigeren und integrativeren Wirtschaftswachstums. Beispielsweise hat Europa angesichts seiner alternden Bevölkerung keine andere Wahl, als zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, auch und vor allem diejenigen, die traditionell davon ausgeschlossen waren. Beschäftigungsdienste, die sich auf den Unterstützungsbedarf benachteiligter Personen konzentrieren, sind für die Schaffung integrativerer Arbeitsmärkte von entscheidender Bedeutung. Dazu bedarf es jedoch auch einer angemessenen Investitions- und Förderpolitik. Das ist nicht nur eine Frage der sozialen Rechte, sondern auch eine Frage des intelligenten Wirtschaftens.
 
Das ist es, woran EASPD -zusammen mit unsere Mitgliedern - 2018 arbeiten wird: Identifizieren von Barrieren und Entwicklung konstruktiver Lösungen mit dem Ziel, die europäische Wirtschaft integrativer und damit nachhaltiger zu gestalten.
 

Thomas Bignal
Berater für Investitionspolitik bei EASPD